Veranstaltungen

 

2017

 

9. Februar 2017:
Vortrag über "Die AfD und die Folgen" bei der Gewerkschaft ver.di in Frankfurt (DGB-Haus, Wilhelm-Leuschner Str. 69-77) über den Rechtspopulismus und die AfD.

1. März 2017:
Gespräch im Rahmen der von der Evangelischen Akademie in Hamburg veranstalteten „Hamburger Mittagsgespräche” über die erste, von Ingeborg Gleichauf verfasste Gudrun-Ensslin-Biographie.

28. März 2017:
Vortrag über “Popmusik und Protestkultur” im Rahmen der Ausstellung “Oh Yeah! Popmusik in Deutschland” im Focke-Museum in Bremen.

5. April 2017:
Vom Förderverein des Historischen Instituts organisierter Vortrag über “Frauen in der RAF” an der Universität Mannheim.

25. April 2017:
Vortrag im Rahmen der von der Freien Universität in Berlin organisierten Ringvorlesung “Studentenbewegung: 50 Jahre danach” über die Rolle der “Dritten Welt”.

8. Mai 2017:

Vortrag über “Die Politisierung des Nacktprotests im Zeitalter seiner Globalisierung” um 18 Uhr im Rahmen der Vorlesungsreihe “Protest - Widerstand - Gesellschaft” an der Hochschule der Künste in Zürich.

18. Mai 2017:
Vortrag zum gesellschaftlichen Aufbegehren in der frühen Bundesrepublik im Rahmen des von der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung NRW organisierten Symposiums "Protest - Populismus - Polizei. Staat und Gesellschaft in der Krise?" in Gelsenkirchen.

26. Mai 2017:

Referat über “Die Auswirkungen des 2. Juni 1967 und des Sechstagekrieges auf den SDS und die 68er-Bewegung” im Rahmen der vom Forschungszentrum Historische Geisteswissenschaften organisierten Internationalen Tagung “Israel, die PLO und die deutsche Linke 1967-2017 Oder: Wie der Sechstagekrieg Wahrnehmungen veränderte” um 10:30 Uhr an der Universität Frankfurt.

1. Juni 2017:

Vortrag über “Das geplante, aber nicht verübte Schah-Attentat am 2. Juni 1967" im Rahmen der Verabschiedung von Professor Claus Leggewie als Direktor des Kulturwissenschaftlichen Instituts in Essen.

2. Juni 2017:

Vortrag über ein mit einem ferngesteuerten Pkw am 3. Juni 1967 auf den Schah von Persien in Westberlin verübten Pseudo-Attentat im Kulturbahnhof Bochum-Langendreer.

9. Juni 2017:

Teilnahme an einer Podiumsdiskussion der Universität Passau über "Extreme Bedrohungen der Demokratie".

18. Juni 2017:

Teilnahme an der Podiumsdiskussion “Revolte heute” im Anschluss an das Stück “Der Schuss” in der Neuköllner Oper in Berlin.

25. Juni 2017:

Teilnahme an einer Podiumsdiskussion zum Festival “In Gottes Namen” am Theater Augsburg.

8. Juli 2017:
Vortrag über studentische Protest- und Gewaltformen im Umfeld der RAF im Rahmen der Tagung “Radikale Überzeugungstäter? Studentische Gewalt zwischen Befreiungskriegen und Bologna-Prozess” an der Universität Greifswald.

7. September 2017:

Vorstellung des Buches “Die blinden Flecken der RAF” in der Urania in Berlin.

8. September 2017:

Teilnahme an der Podiumsdiskussion “Antipsychiatrie und 68er-Bewegung - Zur Geschichte des Sozialistischen Patientenkollektivs Heidelberg” an der Universität Hamburg.

15. November 2017:

Vortrag über “Die Chiffre 68" an der Philipps Universität in Marburg.

24. November 2017:

Vortrag zum 40. Jahrestag des “Deutschen Herbstes” am Städtischen Gymnasium Augustinianum in Greven.

29. November 2017:

Vortrag über “Die Entstehung der RAF” im Rahmen der von der VHS Darmstadt organisierten Reihe “”40 Jahre Deutscher Herbst”.

 

TV- und Rundfunk-Interviews

 

19. Januar 2016:
Tagesschau zu den Geldtransporterüberfällen des Ex-RAF-Trios

19. Januar 2016:
NDR Info zu den Geldtransporterüberfällen des Ex-RAF-Trios

19. Januar 2016:
Nordwestradio zur Generationenfrage

19. Januar 2016:
Hessisch-Niedersächsische Allgemeine zu den Geldtransporterüberfällen des Ex-RAF-Trios: “Keine Indizien für eine neue RAF”

20. Januar 2016:
Bayerischer Rundfunk zu den Geldtransporterüberfällen des Ex-RAF-Trios

16. Februar 2016:
NDR Fernsehen zur Geschichte des Bombenanschlags auf den Hamburger Hauptbahnhof im Herbst 1975

29. Februar 2016:
Deutschlandfunk zur Frage, ob es sich bei Pegida um eine neue APO handelt

8. Mai 2016:
Phoenix-Talkshow “Rätsel: RAF-Terror”

23. Mai 2016:
Hessischer Rundfunk 2 in der Sendung “Der Tag” zur Präsidentenwahl in Österreich

23. Mai 2016:
Im Studio des ORF zur Präsidentenwahl in Österreich

4. Oktober 2016:

ZDF heute-journal zu den Vorkommnissen am Tag der deutschen Einheit in Dresden

18. Oktober 2016:
NDR 4 zur Fortsetzung der Geldtransporterüberfälle des Ex-RAF-Trios

23. November 2016:
MDR-Dokumentation “Die AfD und die Anderen” zu den Erfahrungen mit der AfD-Fraktion im sachsen-anhaltinischen Landtag

30. November 2016:
SWR 2 zu den Schwierigkeiten des Anti-Populismus

30. November 2016:
Phoenix-Dokumentation “Rätsel RAF-Terror” von Michael Krons und Eva Wormit

10. Dezember 2016:
NDR 4 zum 50. Jahrestag der Ausrufung einer außerparlamentarischen Opposition durch Rudi Dutschke

 

Presse-Interviews

 

19. Januar 2016:
Hessisch-Niedersächsische Allgemeine zu den Geldtransporterüberfällen des Ex-RAF-Trios: “Keine Indizien für eine neue RAF”

21. Januar 2016:
Le Figaro zur 3. Generation der RAF

14. September 2016:
Neue Zürcher Zeitung zu einem FBI-Dokument über die Kooperation zwischen bundesdeutschen und palästinensischen Terroristen


22. November 2016

MDR-Interview /"Ich würde jedem empfehlen, die AfD ernst zu nehmen"

Aus dem MDR Interview: Die AfD trägt ganz deutliche Spuren einer Protestpartei, auch wenn sie selbst das zunächst mal gar nicht gerne so sehen mag. Aber die Entstehung ist natürlich gekennzeichnet dadurch, dass sie, wenn man so will, in einer Art von Protest-Modus gegen die etablierten Parteien angetreten ist. Die charakteristischen Züge der AfD sind zunächst mal ihre Opposition gegen die Europa-Politik der großen Koalition, dann die Finanzpolitik, gegen die EU-Politik und dann schließlich das alles überragende Thema Flüchtlingsströme und die Auseinandersetzung mit staatlich-politischen Fragen, wie man diese Ströme steuern oder aus ihrer Sicht gleich abwehren könnte. Mehr....

 

1. Dezember 2016

"Die Hilflosigkeit des Anti-Populismus"

Vortrag an der Hochschule Koblenz

Dr. Wolfgang Kraushaar sprach an der Hochschule Koblenz vor großem Auditorium

Dipl.-Ing. (FH) Melanie Dargel-Feils RheinAhrCampus Remagen Pressestelle
Hochschule Koblenz - University of Applied Sciences

    Die Hilflosigkeit des Antipopulismus - Warum der Vormarsch des völkischen Extremismus so schwer zu stoppen ist?“ So lautete der Titel des Gastvortrags, den Dr. Wolfgang Kraushaar von der Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur kürzlich an der Hochschule Koblenz vor einem großen Auditorium hielt. Nach dem Grußwort von Prof. Dr. Kristian Bosselmann-Cyran, Präsident der Hochschule Koblenz, führte Peter-Erwin Jansen, M.A. Philosophie,

    KOBLENZ. „Die Hilflosigkeit des Antipopulismus - Warum der Vormarsch des völkischen Extremismus so schwer zu stoppen ist?“ So lautete der Titel des Gastvortrags, den Dr. Wolfgang Kraushaar von der Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur kürzlich an der Hochschule Koblenz vor einem großen Auditorium hielt. Nach dem Grußwort von Prof. Dr. Kristian Bosselmann-Cyran, Präsident der Hochschule Koblenz, führte Peter-Erwin Jansen, M.A. Philosophie, Mitbegründer des Hochschulforums und Lehrkraft für besondere Aufgaben im Fachbereich Sozialwissenschaften, in den Vortrag ein. Er verwies auf Untersuchungen zum Populismus, die von der Kritischen Theorie bereits in den fünfziger Jahren erarbeitet und dort als „eine umgekehrte Form der Psychoanalyse“ bezeichnet wurden, was meint: bestehende Ängste, Verunsicherungen und Regressionsneigungen werden aufgegriffen und mit dem Zweck systematisch verstärkt, den „Betroffenen“ ihre Lage noch aussichtloser erscheinen zu lassen.

    Dr. Wolfgang Kraushaar, geboren 1948, Politikwissenschaftler arbeitete viele Jahre am Hamburger Institut für Sozialforschung mit Arbeitsschwerpunkten zu Protest, Widerstand und Gewalt in der Geschichte der Bundesrepublik und der DDR, der 68er-Bewegung, Totalitarismus- und Extremismustheorie, Pop-Kultur und Medientheorie. In seinen zahlreichen Publikationen wirft der ehemalige Adorno-Schüler einen kritisch-analytischen Blick auf die (neuen) sozialen Bewegungen und ihre Akteur*innen.

    Der Ausdruck „ein neues Gespenst geht um in Europa“ wird immer wieder bemüht, um das Phänomen des aufkommenden Rechtspopulismus zu beschreiben, darauf wiesen mit Bezug auf den vor einem Jahr verstorbenen Soziologen Helmut Dubiel sowohl Jansen auch Kraushaar in seinem Vortrag hin. Doch, so Kraushaar, dieses Gespenst sei heute global. Die Wahl Donald Trumps habe die Schwächen des Antipopulismus erneut aufgedeckt. „Trumps Erfolg ist eine schmerzhafte Lektion, dass Rechtspopulismus aktuell eine erfolgreiche, politische Strategie ist“, so Kraushaar.

    In der Bundesrepublik bezeichnet sich die AFD heute schon als Volkspartei. Das, so Kraushaar werfe Fragen auf: Was ist eine Volkspartei? Ist sie definiert über einen hohen Prozentsatz von Wählerstimmen? Im Grunde ist dieser Begriff eine „Selbstetikettierung“, die zeigen soll: wir vertreten viele, unabhängig von der sozialen Lage. „Volkspartei“ ist auch ein ideologischer Machtbegriff, semantisch und soziologisch bar fester Definition. Daraus ergibt sich ein weiterer begrifflicher Konkurrenzkampf: „Volkspartei oder Protestpartei?“. Werden mit dem ersten Begriff im politischen System Stabilität, Legitimität und eine besondere demokratische Qualität verbunden, so scheint es sich beim Zweiten um ein eher flüchtiges Phänomen zu handeln.

    Kraushaar hob drei Merkmale für Protestparteien explizit hervor: Monothematische Zielforderungen, einen bestimmten temporalen Korridor ihres Protests und eine aggressive Abwehrhaltung gegen das sogenannte Establishment. Doch der Versuch, über abwertende Zuschreibungen die AFD als vorübergehendes Phänomen darzustellen, sei gefährlich. Die AFD kann nicht als isoliertes Phänomen betrachtet werden, sondern sie ist Teil eines „Systems kommunizierender Röhren“. Der neuralgische Nexus von populistischem Moment (z.B. die erhöhte Anzahl an Flüchtlingen) und spezifischer Personalsituation der bereits bestehenden Parteienstruktur sollte nicht unterschätzt werden.

    Besondere Bedeutung legte der Referent auf die Analyse dessen, was er als „ethnozentristisches Grundmuster“ bezeichnete. Daraus könne Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Nationalismus und Rechtsextremismus entstehen. Eng verbunden damit ist die eingekapselte Selbstbezogenheit einer Gruppe, die sich in ethnischer, religiöser und kultureller Hinsicht gegen andere stellt. Die prekäre Synthese aus der Überbewertung der eigenen Gruppe und der Abwertung anderer Gruppen spricht vor allem Menschen an, die sich als Modernisierungs- und Globalisierungsverlierer empfinden. Die neoliberale Politik hat hier, z.B. durch die AGENDA 2010, ihren Teil dazu beigetragen, dass sich prekäre Existenzen weiter mehren, die nach erfolgter gesellschaftlicher Exklusion in diesen populistischen Gruppen Anschluss und Solidarität zu finden glauben. „Politisch und ökonomisch Abgehängte befördern den Populismus“ und ironischerweise suchen sie Solidarität in einer Partei, die für die Privatisierung der sozialen Sicherungssysteme eintritt“, so der Hamburger Wissenschaftler.
    Am Ende seines Vortrags ging der Referent auf eine kürzlich erschienene Studie der Bertelsmann-Stiftung ein. Sie zeige, warum Menschen in Europa Rechtspopulisten wählen: Es sind Globalisierungs- bzw. Integrationsängste. Doch wie begegnen wir der AFD? Gehen wir optimistisch heran und hoffen auf eine Dekonstruktion des Rechtsextremismus in der Öffentlichkeit oder bieten wir pessimistisch betrachtet, eine Bühne für rechtspopulistische Argumentation? Vielleicht stimmt ja auch die Entgiftungsthese und das Terrain von Rechtspopulisten lässt sich trockenlegen, wenn gegenüber bestimmten Themen von anderen Parteien keine Ressentiments mehr gemacht werden. Es bleibt spannend. Kraushaar prophezeit dem Rechtspopulismus eine Konjunktur bis zur Bundestagswahl 2017. Alles in allem ein facettenreicher und vielschichtiger Vortrag und eine treffende Analyse des (mitunter brand-) gefährlichen Rechtspopulismus.

    Im Anschluss an den Vortrag gab es noch die Gelegenheit zu Nachfragen und Diskussion. Was an aktueller Literatur in den letzten Jahren publiziert wurde, darüber konnten sich die Interessierten an einem von Studierenden zusammengestellten Büchertisch und einer kommentierten Literaturliste informieren. (Andrea Kasperzik, P.E.Jansen)

     

    10. Dezember 2016

    NDR-Info-Interview / FORUM Zeitgeschichte

    Die Ausrufung einer Außerparlamentarischen Opposition am 10. Dezember 1966 durch Rudi Dutschke

    http://www.ndr.de/info/podcast3008.html